
Von Claudia Hyna
Petershagen-Heimsen. Aus dem kleinen Café an der Weser ist ein Treffpunkt für Ausflügler, Radfahrer und Motorradfans geworden. Jetzt plant Junggastronom Justin Richter den nächsten Schritt: ein Motorradtreffern mit mehreren Tausend Besuchern auf dem Heimser Hof. Das soll eine Überraschung für meinen Vater sein“, sagt der 25-Jährige gegenüber dem Mindener Tageblatt.
2021 hatte Justin Richter das Lokal von seinen Eltern übemommen.
Diese hatten das Anwesen 2012 erworben, allmählich umgebaut und die Gastronomie nebenberuflich betrieben. Anfangs befand sich das Café direkt an der Straße, später verlegten sie die Terrasse auf die Rückseite des Geländes. Auch sein Vater Mario – selbst leidenschaftlicher Harleyfahrer – habe schon damals von einem großen Motorrad-treffen geträumt.
Die landschaftlich reizvolle Strecke entlang der Weser ist bei Bikern beliebt. Sie kommen unter anderem aus Bremen, Hannover und Bielefeld. Im Kreis Minden-Lübbecke sei der Heimser Hof inzwischen der große Treffpunkt fur Motorradfahrer. Was wäre, wenn sich hier an einem Wochenende richtig viele von ihnen treffen?“, diese Idee ließ Justin Richter nicht los. Weil er gerne Neues ausprobiert – ,man muss sich bewegen -, plant er für Sams-tag, 8., und Sonntag, 9. August, die Premiere. Langfristig soll sich die Veranstaltung fest etablieren.
Für die Gäste gibt es an beiden Tagen Livemusik von Bands aus der Region, ein Gewinnspiel und ein La-gerfeuer. Wer mag, kann kostenlos auf der großen Wiese direkt an der Weser zelten. Aktuell verteilt Justin Richter Flyer an einschlägigen Orten, etwa bei Motorradhändlern.
Auch in den sozialen Medien wird kräftig die Werbetrommel gerührt.
Er ist optimistisch und rechnet mit 2.000 bis 3.000 Bikern an beiden Tagen. Wenn das Wetter mitspielt.“ Sonnenschein, Wärme oder Re-gen: Das Wetter bestimmt ohnehin den Alltag der Gastronomie, die Richter gemeinsam mit seiner Lebensgefahrtin Vanessa Seiler (24) betreibt. Anfangs pendelte das Paar aus Bielefeld nach Heimsen, inzwischen wohnen beide in Stolzenau.
Die Saison beginnt, sobald die ersten sonnigen Tage kommen, meist im Marz. Im vergangenen Jahr endete sie Anfang Oktober, als das Wetter dauerhaft zu schlecht wurde.
Aus Öffnungszeiten nur an Wochenenden und in den Ferien ist mittlerweile ein täglicher Betrieb geworden. Ist es allerdings kühl und regnerisch, bleiben die Betreiber zu Hause. Die Gäste kennen das und stellen sich darauf ein, versichert Justin Richter. „Wir haben das beste Publikum, das es gibt.“ Sein Erfolgsrezept sei, dass er vieles selbst mache, sagt der 25-Jährige.
Auf der Speisekarte stehen selbst gebackene Kuchen, Frozen-Joghurt-Eis aus frischen Früchten, hausgemachter Kartoffelsalat sowie frische Soßen und Dressings. ,Qualität setzt sich eben durch“, meint er selbstbewusst – auch wenn das ein oder zwei Euro mehr koste als anderswo. Erst kürzlich habe er das Jubiläum des Fahrvereins Havern-Windheim mit seinen Produkten be-liefert.
Die Gastronomie begleitet Justin Richter schon seit seiner Kindheit. Bereits mit zwölf Jahren halfer im Familienbetrieb mit, viele Gäste kennen ihn noch aus dieser Zeit.
Eigentlich galt seine Leidenschaft dem Fußball, er spielt auch heute noch. Er träumte davon, den Sprung in den Profibereich zuschaffen, entschied sich schließlich aber für eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement. Dort lernte er auch seine Freundin kennen.
Von null auf hundert habe er nie gehen wollen. Stattdessen entwickele sich das gesamte Projekt Schritt für Schritt weiter. Der Umsatz steige kontinuierlich.
Vor einiger Zeit kam eine Outdoorküche hinzu, aktuell denkt er über einen größeren Grill nach. Viele Gäste seien inzwischen Stammkunden.
Andere entdecken den Heimser Hof eher zufallig – und sagen anschließend: Hätten wir das doch früher gewusst.
Nun hofft Justin Richter, dass die Überraschung für seinen Vater Mario, der sich selbst als Hausmeister“ bezeichnet, gelingt. Weitersagen sei ausdrücklich erwünscht – nur sein Vater dürfe nichts davon er-fahren. Da es die erste Veranstaltung dieser Art sei, wisse er nicht. was ihn erwarte. Kann sein, dass es floppt – das glaube ich aber nicht.-Gemeinsam mit Vanessa Seiler bereitet er das Wochenende deshalb mit großem Aufwand vor. ,Wir rechnen einfach mit viel, wir wollen vorbereitet sein“, sagt er. ,Und notfalls lege ich eine Nachtschicht ein.