Pyrenäen 2016

Pyrenäen 2016

Wildrats Pyrenäen Tour 2016

Vorgeschichte:

Nach unserer Rumänientour 2015 war uns klar, dass eine Schotter-/Straßentour uns allen am meisten Spaß macht. Wir sind zwar keine Endurofahrer - aber das Fahren auf Schotter ist etwas, das wir gerne in einer Tour mit einplanen.

Wir haben alle verschiedene Reiseberichte - insbesondere den Tourbericht im Mikemoto-Forum http://www.mikemoto.de/Forum/phpBB3/viewtopic.php?f=34&t=2958 und Berichte über die lingurische Grenzkammstrasse - gelesen, und für uns beschlossen: Es soll in die Pyrenäen gehen; eventuell auf dem Rückweg noch über die lingurische Grenzkammstrasse. Als Reisezeit haben wir wieder Anfang September ins Auge gefasst. Die eigentliche Reiseplanung hat dann ab Februar 2016 begonnen.

Das Wildrat 2016 - Pyrenäenteam bestand aus:

  • Uli BMW R60/6
  • Stephan - BMW R80GS
  • Klaus - Triumph TruxScram 865
  • Lars - Triumph Tiger 800 XCx
  • Bernd - Triumph 800 XCx

Nach den Erfahrungen aus Rumänien war uns allen klar, das wir nicht mit vollem Reisegepäck die Schotterpassagen fahren wollen - das macht einfach keinen Spaß auf unseren Adventurebikes - dafür sind die Motorräder dann einfach zu schwer, um Spaß zu haben. Sollte man sein Motorrad auf die Seite legen, geht dann immer gleich richtig etwas kaputt - und dass kann bei Koffern und Gepäck recht teuer werden.

Zusätzlich wollten wir einmal komplett durch die Pyrenäen - also vom Mittelmeer zum Atlantik.
Damit wir diese zwei Vorgaben zusammenbringen können, haben wir uns für drei Basiscamps entschieden - und wollen dann jeweils ca. 4 Tage bei jedem Ziel unser Gepäck unterbringen, und von dort aus die Umgebung "unsicher" machen.

  • Vilallonge de Ter - in der Nähe von Ripoll (Spanien)
  • Pointes de Riviere - in der Nähe von Montrejeau (Frankreich)
  • Calderenas - in der Nähe von Jaca (Spanien)

Es hat eine Weile gedauert, diese Orte und die entsprechenden Unterkunften zu finden und zu klären, dass wir dort zu unserem Reisezeitpunkt unterkommen können. Zusätzlich waren wir uns einig, das wir nicht auf den Motorrädern anreisen wollten - 5 Motorräder, die 1.700 km an- und abreisen erschien uns nicht sehr sinnvoll.
Entweder fahren wir die Strecke an einem Stück - und sind dann am Ziel erst einmal richtig fertig, oder wir fahren auf kleinen Straßen, dann wird An- und Abreise jeweils 4-5 Tage dauern. Wir würden also mehr als 1 Woche für An- und Abreise benötigen. Urlaubszeit ist bei uns ein knappes Gut, deshalb haben wir uns für eine Anreise per Auto und Trailer entschlossen, der dann an der ersten Unterkunft abgestellt wurde. Glücklicherweise haben wir in Bassum einen großen Anhängerverleih http://www.pp-rental.com - und ein Anhänger für 6 Motorräder soll für einen Monat ca. 300€ kosten. Uli stellt sein Auto zur Verfügung. Wir reisen also an einem Tag per Auto und Trailer an - PASST.

Vorbereitung

Das Schlimme an den Wintermonaten ist, dass man nicht fahren kann. Das Schöne an den Wintermonaten ist, dass man mit den Gedanken über die Straßen einer geplanten Tour fahren kann. Wir haben also die Winterzeit nach den obligatorischen, und viel zu seltenen, Motorradvorträgen in unserer Region genutzt, um die Details der Tour zu planen.
Ich habe mich um die Reservierung der ersten zwei Etappen und Stephan um die dritte Etappe gekümmert. Es waren sehr verschiedene Unterkünfte:

  • Campingplatz in Vilallonge de Ter
  • Bikerhotel in Pointes de Riviere
  • AirBnB in Caldarenas

Und wir haben in jeder Unterkunft etwas für die kommenden Touren gelernt. Dazu kommen wir aber in den jeweiligen Kapiteln.

Der nächste Punkt war der exakte Termin. Da zwei von uns für die zuerst geplante Zeit Anfang September noch geschäftliche Termine hatten, konnten wir den Reisezeitraum auf Mitte bis Ende Semptember 9.9.2016 - 25.9.2016 festlegen. Zusätzlich ergab sich daraus, das wir mit drei Leuten im Auto bequem mit dem Anhänger anreisen können, Uli und Lars würden dann per Flieger nachkommen. Nachdem die grundlegenden Punkte abgeklärt waren, hat sich Klaus dann mit der Routenplanung beschäftigt, und auf der Basis der im Internet gefundenen Routen und unserer Stützpunkte entsprechende Tagesetappen vorbereitet.
Die Vorbereitung der Motorräder bis zum Reisetermin war wie immer eine Punktlandung.

Bei Ulis BMW hat das Getriebe Probleme gemacht - und er wollte nach den Erfahrungen in Rumänien einen breiteren Lenker.
Klaus hat noch das Heck umarbeiten müssen, damit dort das Gepäck nicht nur am Kunststoff-Schutzblech aufliegt.
Bei Lars und Bernd kamen noch Werkzeugboxen an die Motorräder, damit auch ohne Koffer ein Minimum an Werkzeug dabei ist - Rumänien lässt grüßen.

Damit waren die organisatorischen Vorbereitungen abgeschlossen. Der letzte Punkt auf der Liste war, dass wir am Montag den Hänger abholen und die Motorräder schon einmal aufladen. Wenn wir dann auf Probleme stoßen, dann hätten wir noch bis Freitag Vormittag Zeit, diese zu lösen.
Die Generalprobe am Montag verlief aber problemlos - wir waren fertig zur Abreise.

Etappe 1:

Tourtag 1 und 2 - Anreise:

 Am Freitag Vormittag ging es dann in Bassum los - der Grundgedanke war, dass wir es vor 16:00 durch den Ruhrpott in Richtung Luxenburg schaffen - das ist uns auch so einigermaßen gelungen. 
Wir sind dann durch Luxenburg nach Frankreich über Dijon, Lyon, Montpellier in Richtung Spanien - Girona gefahren. Auf den Mautautobahnen in Frankreich ging das dank Fahrerwechsel problemlos iin einem Rutsch.

Sonnenuntergang in Frankreich


Um 10:00 waren wir dann in Spanien - und um 13:00 auf dem Campingplatz. Der erste Kontakt mit dem Campingplatz war sehr ernüchternd - eine Plastikhütte mit Minizimmern und einem Bad für 5 Leute. MIST - das sah auf den Photos der WebSite irgendwie besser aus. 

Wir haben dann umdisponiert - es gab dort auch 2-Personen-Hütten. Davon haben wir dann einfach 3 Hütten genommen. Damit hatten wir dann 3 Schlafzimmer und 3 Bäder - viel Besser.

Schnell die Motorräder entladen und fahrfertig gemacht. Es war ja noch früh am Tag - da könnten wir gleich eine Runde drehen.

 

Für heute stehen noch zwei Dinge auf dem Programm

  • Einkaufen für Abendessen und Frühstück
  • Lars von Flugplatz in Girona abholen

Das Erste das uns aufgefallen ist - die Häuser, Straßen und Dörfer in Spanien sind unglaublich gepflegt.

Dann ging es los, Lars vom Flugplatz abzuholen. Netterweise fliegt Ryanair direkt von Bremen nach Girona für kleines Geld - und auf dem Rückweg haben wir dann Proviant eingekauft. Auch dort sind uns sofort Unterschiede zur Heimat aufgefallen. Die Auswahl an Wurst und Fleisch  - und insbesondere die Qualität vom Fisch ist 
deutlich größer als bei uns in den Supermärkten. Etwas schwieriger war es, Bier zu finden - dort war die Asuwahl ein wenig geringer.

Tourtag 3 - Rund um Ripoll

 Bis zur Ankunft von Uli am Abend wollten wir die Umgebung erfahren. Los ging es in Richtung des Skigebietes, wo wir erst einmal einen Bergpfad erprobten. Dort gab es für viele von uns unsere erste richtige Wasserpassage. Die Enduroprofis werden sicher milde lächeln - aber wir sind ja keine Endurofahrer. Das ist schon etwas ganz besonderes.
Und da wir am Ende in einer Sackgasse gelandet sind, hatten wir den Spaß der Bachdurchfahrt gleich noch ein zweites Mal. Danach sollte es auf eine Schotter-Pass-Fahrt gehen. Auf dem Navi war der Weg klar - aber das war uns doch eine Spur zu hart - wird sind ja immer noch keine Enduro-Fahrer.

No way, dass wir es da raufschaffen, wo Stephan gerade den Hang ersteigt.

Wir hatten dann eine andere Auffahrt zur Schotterstrecke gesucht und gefunden - und wurden mit unserem ersten Pyrenäen-Panaorama belohnt - was für ein Ausblick. Ganz ungewohnt für uns Nordlichter.

Das war doch für den Vormittag schon eine prima Tour. Jetzt ging es darum Uli abzuholen. Er hatte schon einen längeren Weg hinter sich. Er kam aus München - und dort ging es per Flieger nach Barcelona. Von Barcelona aus ist Uli dann mit dem Zug nach Ripoll gefahren, wo wir Ihn dann abgeholt haben.
Nach einer so langen Anreise wollte Uli gleich aufs Motorrad - also haben wir noch eine Abendrunde gestartet. Um 18:00 haben wir uns den Paß auf der "anderen" Seite unseres Campingplatzes angeschaut - der Hammer. Und die Schotterstrecke ging weiter und weiter... Perfekt einmal um den Berg.

Die Schotterstrecke endete in Pardines

Wir hatten dann am Ende der Schotterpassage zwei Möglichkeiten:

  • Auf Asphalt ca. 50km um den Berg herum
  • Auf Schotter ca. 15 km direkt zurück

Naja - wir sind ja keine Endurofahrer - und die Dorfbewohner in Pardines waren da gespaltener Meinung. Es soill nicht gehen - Doch es geht mit 4x4....
Was machen? Naja - wenn es 4x4 schaffen, dann sollten wir das doch auch schaffen, lautete unsere Entscheidung. Und los.....

Naja - so einfach war das nicht, die Ausfahrt aus dem Dorf zu finden. Pardines war SO verwinkelt, das wir drei Runden durch das Dorf gebraucht haben, um den Trampelpfad aus dem Dorf zu finden. Und was dann kam war schon der Hammer.

Es fing erst ganz einfach an, und wurde immer und immer schwieriger. Steile Auffahrten, die in den Aufnahmen sehr unspektakulär wirken - aber ür uns schon nicht ganz einfach waren.

Und einen Faktor, den wir nicht ausreichend berücksichtigt hatten, war der Zeitfaktor. Es war schon nach 19:00 - und ab 20:30 wird es dunkel sein. Wir hatten also nicht viel Zeit für die 15km.

Es ist zwar knapp geworden - aber wir waren dann um 20:15 rechtzeitig zum Sonnenutergang wieder aus Asphalt und kurz danach wieder in unseren Hütten.

Die Hütten waren sehr übersichtlich - zwei kleine Schlafräume, ein MINI Bad - besonder die Toilette war bei meinen 2m Körpergröße eine Herausforderung und eine kleine Küche mit Tisch. Zum Glück war das Wetter die ganze Zeit sehr gut - so haben wir Frühstück und Abendessen draußen eingenommen.

 

Wie immer kommt hier das Video der ersten drei Tourtage:

 

 

 

Tourtag 4 - Bis zum Mittelmeer

Jeder gute Tourtag beginnt mit einem Frühstück

Das Ziel des heutigen Tages: Einen Fuß in das Mittelmeer stecken. Denn das Motto unserer Pyrenäentour war ja - Vom Mittelmeer zum Atlantik.

Aufgrund der Tourlänge war die Route als reine Asphaltstrecke geplant. Auf dem Hinweg ging es zuerst von Spanien nach Frankreich zum Badestrand. Dann an der Küste entlang zurück nach Spanien - und wieder landeinwärts zurück in die Pyrenäen:
Auch heute waren wir wieder sehr angetan von der Architektur in Spanien. Unglaublich gepflegte Häuser und Dörfer und einfach traumhafter Asphalt. Das Wetter heute war sehr warm - zwischen 35 und 37 Grad.

Wir sind gegen Mittag dann in Argeles-sur-Mer angekommen und konnten Vollzug melden - Füße haben Kontakt zum Mittelmeer bekommen. Am Strand haben wir große Unsicherheit unter der Damenwelt ausgelöst, da wir im Gegensatz zu Ihnen doch recht bekleidet und mit unseren Kameras unterwegs waren. Ich kann zwar verstehen, das die barbusigen Damen ungern in Motorrad-Blogs veröffentlicht werden wollen. Aber ich mag nicht verstehen, dass ich ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich meine Kamera in deren Gegenwart verwende - da ich mich gar nicht für sie, sondern für das Panorama, Motorräder und Füße im Mittelmeer interessiere. Das empfinde ich als Einschränkung meiner Freiheiten.... aber das ist sicherlich einer extra Diskussion wert....

Die Fahrt an der Küste war nett - aber nicht so schön wie die Fahrt in den Pyrenäen - da waren wir schon ein wenig verwöhnt. Mittagessen war dann wieder in Spanien, in El Port de la Selva. Das war zwar mit einem netten Panorama versehen - aber kulinarisch definitiv kein Highlight der Tour.
Im Gegensatz hat danach die Fahrt durch die Hügel des Parque Natural Cap de Creus sehr viel Spaß gemacht. Auf dem Rückweg war dann aber eine ganze Zeit Schluss mit Spaß - bei 37 Grad auf flacher Ebene einfach geradeaus - das war anstrengend. Das Visier musste geschlossen bleiben,
weil es sich sonst noch heißer angefühlt hätte. Jeder von uns hatte sich schon wieder auf die Berge gefreut, damit es endlich kühler wird.

Eine weitere Herausforderung war der Einkauf. Zum Abendessen wollten 5 hungrige Biker versorgt werden - und das kommende Frühstück war auch schon logistisch in Sicht. Auf dem Campingplatz war die Versorgung - naja, nennen wir es nett - lückenhaft.
Der Laden dort machte um 10:00 auf - und es gab keine Brötchen - und auch sonst recht wenig.....

Also mussten wir alles einkaufen und am Abend auf den Motorrädern mitnehmen. Und 20 Dosen Hopfenkaltschale - neben dem Essen - brauchen schon ein wenig Platz. Ohne Stephans Zauberkoffer an seiner BMW wäre die Versorgungslage sehr schlecht gewesen......

 

Tourtag 5 - Inlandsrunde Richtung Mittelmeer

Nachdem wir gestern komplett auf Asphalt unterwegs waren, ist heute wieder Schotter auf dem Programm. Gestern hatten wir die Große Runde in Richtung Mittelmeer - heute fuhren wir eine kleinere Version davon in Richtung "Parque Natural de la Zona Volcanica" Anfahrt zuerst auf Aspalt - dann aber auf kleinere Schotterwege.

Jeder Tourtag began aber mit einem Frühstück - und da wir auf unserem Campingplatz unterversogt waren, sorgte Uli auf seine ganz pragmatische Art und Weise für krosse Baguettes.

Nach dem Asphalt gestern war für heute wieder Schotter geplant. Das Wetter war wieder perfekt - absolut blauer Himmel und um die 30 Grad. Wir sind auf unglaublichen Schotterwegen unterwegs gewesen. Es gilt zwar nach wie vor, das wie keine Endurofahrer sind. Aber für uns war das schon ganz schon viel Schotter und stellenweise auch recht anspruchsvoll.
Sehr erstaunt waren wir, als wir wirklich gefühlt Mitten im Nichts einen Hof gefunden hatten, bei dem uns nicht klar war, wie man dort einigermaßen sinnvoll mit einem PKW hinkommen kann. Vielleicht gibt es eine geheimes Untergrund-Straßensystem für diese Berghöfe in Spanien. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie die Bewohner dort regelmäßig mit einem PKW hin fahren.

Auf jeden Fall hatten wir festgestellt, dass eine Brotzeit mitten in der Natur weit abseits von Touristenzentren noch mal eine ganze Menge besser schmeckt. Das einzige Problem war, dass wir für die 30 Grad und die doch recht anstrengenden Schotterpassagen immer noch zu wenig Wasser dabei hatten.
Ab 14:00 waren wir auf der Suche nach einem Ausgang, um etwas trinkbares zu finden. Das hat aber erst auf dem Marktplatz von Sant Llorenc de la Muga funktioniert. Der Wirt konnte kaum so schnell liefern, wie wir bestellt hatten.

Auf dem Rückweg hatten wir dann noch eine kleine Runde über Frankreich gedreht und ein wenig das abendliche Pyrenäen-Panorama genossen. Unsere Routenplanung hat uns mitten auf einen Golfplatz geführt - und wir haben uns dann doch nicht getraut mit unseren Motorräder den Platz umzupflügen.

Auf improvisierten Wegen ging es dann wieder zurück in Richtung Spanien. 

Auf dem Rückweg sind wir am Ausstiegspunkt unserer Passfahrt des ersten Tages vorbeigekommen. Und da es noch ausreichend hell war - und wir diese Strecke aus der anderen Richtung kannten, haben wir uns als Abschlusshighlight unserers ersten Camps noch einmal den Weg über den Pass bei Espinavell gegönnt - Uli kannte den noch nicht.

Als Nordlicht kann man von diesen Ausblicken gar nicht genug bekommen. Herrlich - Eins mit Sternchen würde Klaus jetzt dazu sagen.

Und als Sahnehäupchen ist dann auch noch Uli mit seiner BMW durch den Bach gefahren. Auch für Ihn eine Premiere.

Tourtag 6 - Überbrückungsetappe zum Place de Carlo Guzzi

Heute ging es zur nächsten Unterkunft - von Vilallonga de Ter in Spanien nach Pointis de Riviere in Frankreich. Über das Internet hatten wir eine kleine Biker-Pension gefunden, die unser Stützpunkt für die kommenden 4 Nächte sein sollte.

Im Gegensatz zum Campingplatz hatten wir diesmal die Übernachtung mit Abendessen gebucht. Nach dem Aufwand der letzten Tage hatten wir uns alle sehr darauf gefreut - und ich will nicht zu weit vorgreifen. Aber unsere Erwartung wurden unglaublich übertroffen. Für mich war das ein kulinarischer Aufenthalt der Extraklasse. Rustikale französische Küche mit der Geheimzutat..... aber ich greife vor - alles zu seiner Zeit.

Mit vollem Reiseornat an unseren Maschinen haben wir uns auf den Weg gemacht. Die Wettervorhersage war eher schlecht - es sollte doch den einen oder anderen Schauer auf dem Weg geben. Aber wir haben wirklich Glück gehabt. Außer leichtem Nieseregen für ca. 1h der Fahrt sind wir trocken am Ziel angekommen.

Was uns aber bereits während der Anreise in Frankreich aufgefallen war, war der Zustand der Häuser. Während auf der spanischer Seite alles sehr gepflegt war, war auf der französischen Seite gefühlt jedes 2. Haus verlassen und dem Verfall preisgegeben.

Bei der Ankunft am Place der Carlo Guzzi und dem Servieren des Killschalterpils war uns auch sehr schnell klar, warum die Eigentümer den Ort so nennen.

Der Hausherr - Jean-Noel - kochte in seiner Küche das Abendessen seiner Übernachtungsgäste. Es ist gute französische Hausmanskost - sehr deftig, und mit weniger als 4-Gängen kommt man nicht vom Tisch.


Apropos Tisch - es ist so, dass zum Abendessen in die gute Stube der Gastgeber geladen wird, und alle - sowohl die Gäste als auch die Gastgeber - gemeinsam das Abendessen geniessen. Dazu gibt es dann die ein oder andere Flasche Rotwein - und jede Menge Geschichten.
Diese hatten die Gastgeber in reichlichen Umfang zu erzählen. Jean-Noel war als Soldat in Deutschland und konnte daher recht gut auf Deutsch erzählen.

Eine besondere Geschichte gab es rund um den Rotwein, von dem wir in den kommenden Tagen nach meiner Schätzung etwa 20 Flaschen verköstigt hatten. Dieses ist eine Abfüllung extra für Jean-Noel - und seine Pension. Und alle Flaschen hat er in seinem Gespann nach Hause gefahren.

Ich kann nur sagen - die Abende waren recht kurzweilig. Das Essen lecker und der Wein bekömmlich.

Die Zeit bis zum Schlafen gehen war in Windeseile erreicht - und wir sind alle mit einem Lächeln ins Bett gefallen, und haben von Pässen und Schotterstrecken geträumt. So kann es weiter gehen!!!

Und nun wie erwartet der Video für die Tage 4-6:

 

Tourtag 7 - Unter Geiern

Nach einer Nacht voller erholsamen Schlafes sind wir am Morgen aufgewacht. Im Vergleich zu den kleinen Zimmer auf dem Campingplatz waren die Zimmer  - und das Bad - im Placa de Carlo Guzzi großzügig und hell.

Für das Frühstück gab es eine eigene Küche, wo von den Gastgebern Brötchen, Kaffee und Butter bereit gestellt wurden. Zusammen mit Käse, Wurst und eigenen Eiern ein gutes Frühstück. Draussen war Bodennebel - und der Blick auf die Pyrenäen war verdeckt.
Draußen war ein Kläffer aktiv - und unsere Gastgeber erzählten uns, das hier nur größere Hunde gehalten werden, weil die kleinen immer von Geier geschlagen werden. Naja - den Touristen kann man ja solche Geschichten erzählen....

Klaus hatte für den ersten Tag eine Route über kleine Straßen in Richtung Spanien geplant - aber als wir das erste Stück abseits des Asphalt unter die RÄder nehmen wollten, hat uns ein Einheimischer SEHR davon abgeraten - der Weg wäre kam zu gehen.
Wir sind dann in Richtung Spanien auf Asphalt aufgebrochen - die Grenze war etwa 20 Minuten entfernt. Hinter der Grenze sind wir dann von der Hauptstrasse auf die erste Straße in Richtung Berge abgebogen. Mal sehen, was uns erwartet.

Das war schon ein nettes Panorama - aber "nur" Asphalt, und auf dem Rückweg mussten wir eine ganze Weile hinter zwei LWKs hinterherfahren, die Holz geladen hatten - und nicht überholt werden konnten. Zurück auf der Hauptstrasse habe wir dann einfach im Navi nachgeschaut, welche Strasse wohl über die Berge führen mag.
Netterweise zeichnete sich ein Weg ab, dessen Eingang zwar ein wenig versteckt war - ohne Navi wäre wir da nicht reingefahren - aber wunderschön auf gutem Asphalt in Richtung Pässe ging. Wir hatte dann eine Brotzeit mit Panorama. Brot, Käse, Wurst - LECKER!

Und wie ich immer wieder erwähne - das Glück mit mit den Klugen - oder so ähnlich. Wir sind also diesen netten Asphaltweg weitergefahren - und nach ca. 5-7km wurde er zu Schotter - SUPER.

Wir sind dann mit immer besser werdenden Panorama weiter bergauf gefahren. Oben am Pass kam uns dann Klaus mitten von der Wiese zurück - und wir sahen ca. 20-30 Geier abstreichen. Ein unglaublicher Anblick für uns Nordlichter.

Der Grund ist im Bildhintergrund zu erkennen - dort lag eine verendete Kuh, die als Snack für die Geier diente. Wir waren uns nicht darüber im klaren, ob die Kuh dort für die Geier "hinterlegt" geworden ist, oder dort verendet ist. Aber für uns war es schon ein besonderer Anblick. Und der Gedanke vom Frühstück an verschwunde Haustiere war auf einmal
überhaupt nicht mehr so abwegig wie noch am Morgen. Merke - nur weil etwas unglaublich klingt, muss es nicht unwahr sein. Danach ging es dann für ca. 1h wieder berab, bis wir wieder auf der anderen Passseite im Tal waren. Das war sehr sehr nett - und wie machen wir jetzt weiter?.

Unser Navi zeigte uns, das es im Nachbartal noch so ein Konstrukt gab - das mussten wir ausprobieren. Es ging also erst wieder auf Asphalt über eine schöne Passstrecke in ein Winterbergdorf - Naut Aran - und da gab es dann wieder Schotter. Wir sind dann nach ca. 1h an die Grenze eines Naturschutzgebietes gekommen.
Dort sagte ein Schild sehr deutlich, das nur kleine Gruppen bis 4 Motorräder erlaubt sind - schade.... Also sind wir wieder umgedreht. Es war schon nach 16:00 - also Zeit sich auf den Heimweg zu machen - das Abendessen ruft - und wir folgen.

Die Rückfahrt nach Frankreich hat ungefähr 1:30h gedauert - und die Vorfreude auf das anstehen Essen erhöht. Nach den letzten Tagen auf dem Campingplatz war die Spannung auf das heutige Essen sehr groß - und wurde nicht enttäuscht.

Auf dem Photo kann man auch recht gut das Etikett der Rotweinflasche erkennen. Die schlechte Nachricht für unsere Nachfolger wird wohl sein, das wir im Flaschenbestand während unseres Aufenthalts ein Massaker angerichtet haben.

Tag 8 - französische Pyrenäen 

Heute wollen wir auf der französischen Pyrenäen Seite unterwegs sein. Klaus hat dafür eine Route ausgearbeitet. Nach etwa einer Stunde ging es aus dem Tal hoch in die Berge. Auf der französischen Seite war es bis zum Gipfel komplett Asphalt. Und auf den letzten Metern sind wir in die Wolken gefahren.

Wir sind dann auf dem Pass vom Asphalt auf eine Kammstraße abgebogen. Eine Kammstraße in den Wolken zu fahren ist für uns Nordlichter auch eine nicht alltägliche Erfahrung. Im Video kann mach recht gut sehen, wie wir aus einem eng gekapselten Universum wieder in ein breites Sonnenlicht Panorama kommen.

Wir haben zwar auf dem Navi gesehen, das der Weg eine Sackgasse war. Unsere Hoffnung war jedoch, das wir am Ende weiterfahren können. Am Ende der Strecke konnten wir in ca. 1km Entfernung auf der spanische Seite die Fortsetzung des Weges sehen. Aber - ich sagte es ja schon - wir sind ja keine Endurofahrer - das war uns zu riskant. 

Wenn man genau hinschaut, dann kann man die Wege der Kühe sehen, auf denen diese am Berg entlang gehen - mit kleinen Enduros hätten wir uns wohl getraut. Aber nicht mit unseren Schlachtschiffen.

Wir sind dann den Weg wieder ein Stück zurückgefahren - und dann auf eine Montainbikepiste abgebogen. Das haben wir dann ins Tal auf die spanische Seite geschafft. Dort ging es dann wieder auf Asphalt zum nächsten Berg. Auf die nächste Schotteretappe. Diese endete an einer Passstraße - und wir hatten wieder
viel Spaß einen Pass auf perfekten Asphalt zu erobern. Das Panorama auf dem Gipfel war  - was den Ausblick auf hohe Berge und Schnee angeht - das beste auf der ganzen Tour.

Und das Hotel auf dem Gipfel hätte auch gut aus dem Film Shining sein können - gruselig.

 Es war jetzt später Nachmittag - Zeit aufzubrechen, um ein weiteren kulinarischen Höhepunkt zu erleben. Wen wir die Wahl hätten - eine tolle Schotterstrecke - oder ein Abendessen bei Jean-Noel.... Das wäre sehr schwierig.

Als wir dann zum Abendessen wieder in der Pension waren, hatten wir die Gelegenheit uns Jean-Noels Guzzi Sammlung, seine Gespanne und seine Werkstatt anzuschauen. Sehr beeindruckend jemand zu treffen, der das Thema Motorrad so lebt.

In dem Gespann wurde eine der wichtigsten Zutaten unserer Abendessen transportiert - der Rotwein.

Tag 9 - Über Spanien nach Arizona

Der Plan für den letzten Tourtag der mittleren Etappe sollte tiefer nach Spanien in die Richtung Huesca führen. Nach den Karten gibt es dort viele kleine Strassen, auf denen wir Schotter vermuten. Mal sehen...

Gestern Abend ist auch ein weiterer Gast angekommen. Er hat eine nagelneue Afrika Twin mitgebracht - und sich beim Frühstück entschieden, mit zu kommen. Prima. Der einzige Nachteil war, das aus der Pension die Anfahrt in das Zeilgebiet ca. 2h gedauert hat - aber irgendetwas ist ja immer.

Spanien hat uns wieder mit perfekten blauen Himmel und einem wundervollen Panorama willkommen geheißen.

Durch unsere Tourbegleitung konnten wir auch ein Foto mit dem ganzen Wildrats Team machen.

Auch hier wurde unsere Erwartung an eine Schotterstrecke nicht enttäuscht. Wir haben nach etwa einer Stunde auf der Strecke ein Felsformation gesehen, die wir so nicht erwartet haben. Wir müssen wohl unbemerkt durch ein Wurmloch gefahren sein - und in den USA in Utah oder Arizona wieder rausgekommen sein.

Die Landschaft, die Farbe der Felsen - ich bin zwar noch nicht im Mittleren Westen der USA mit dem Motorrad auf Schotterstrecken - wie z.B. der TAT (Trans Atlantik Trail) unterwegs gewesen - aber genau so stelle ich mir das vor.

Und immer wenn man denkt - das ist hier so weit ab von allem - dann kommt der nächste Motorradfahrer um die Ecke gefahren - oder in diesem Fall den Berg hochgelaufen. Wie es in einem solchen Fall üblich ist, erkundigt man sich gegenseitig, wie es denn wohl weitergeht. Es war ein Pärchen mit einer 250er und einer 450er Hardenduro.
Und Sie erzählten davon, das es gleich recht steil bergab geht. Naja - wir sind zwar immer noch keine richtigen Endurofahrer - aber wenn die es hoch schaffen, dann sollten wir es wohl runter schaffen....

Gedacht, gesagt - und losgefahren. Holla die Waldfee - das war steil!!. Auf den Bildern mit den ActionCams kommt das nicht richtig rüber, da die einfach parallel zum Untergrund filmen - das sieht dann immer gerade aus. Beim Fahren fühlt sich das aber ganz, ganz anders an. Wir haben uns dann wieder an unsere MudRun Erfahrungen aus
Rumänien erinnert. Dort hatten wir auch eine steile bergab Strecke auf absolut mega rutschigem Lehm. Da braucht man beide Bremsen UND beide Füße am Boden. Also - Motor aus, 1. Gang rein - und mit der Kupplung hinten bremsen - mit der Bremse vorne. Geht doch!

Auf dem Rückweg in Richtung Frankreich - das Abendessen hatten wir schon fest im Blick - sind wir an einer weiteren Stelle vorbeigekommen, die einen Schotterpass über die Berge versprach. Mit kleinerem Team konnten wir der Versuchung nicht widerstehen - und haben noch eine zweite Schotterstrecke des Tages eingebaut.
Manchmal findet man mit dem Navi viel besseren Strecken, als man erwartet hat. Am Ende der Strecke waren wir in einer sehr kleinen Ortschaft - und das Navi war der Meinung - in ca. 1 km sind wir wieder auf Asphalt. Naja - was soll ich sagen - machmal ist es aber auch grosser Mist, was einem vom Navi vorgeschlagen wird.

Die Strecke endete mitten im Busch ohne Wendemöglichkeit. Ich musste mein Bike ca. 200m rückwärts schieben, um da wieder raus zu kommen. Insgesamt war aber die Erfolgsquote, einfach den Wegen zu folgen, doch recht hoch.

Heute Abend gab es das letzte Abendessen auf unserer Tour in Placa de Carlo Guzzi. Wie freuen uns zwar schon, die Reise fortzusetzen. Wir sind uns aber einig, das wir wohl nicht nochmal auf dieser Tour so lecker bewirtet werden.

Und wie immer das Video zu den Tourtagen 7-9:

 

Tag 10 - Überbrückungsfahrt Caldearenas

Heute geht es auf die letzte große Etappe unserer Tour - zum dritten Hotel in Caldearens. Diese Unterkunft hat Stephan per AirBnB für uns gebucht. Klaus hat eine kurvige Asphaltroute für die Überfahrt ausgearbeitet. Wir sind nach einem leckeren Abschlussfrühstück am Placa Carlo Guzzi in Richtung Genos aufgebrochen.

Wir hatten wieder Glück mit dem Wetter - es gab keinen Regen und alle Straßen waren trocken. In Frankreich war den Himmel noch recht bewölkt - aber sobald wir durch den Tunnel in bei Bielsa wieder auf der spanischen Seite angekommen waren, hatten wir wieder perfekten blauen Himmel. So macht das Reisen Spaß.

Unser Navi hat uns dann auf den letzten 5km noch auf eine nette Schotterstrecke geführt - das wäre zwar nicht notwendig gewesen, es gibt parallel dazu eine Asphaltpiste, aber unser Navi scheint und schon ein wenig zu kennen. Am Zielort in Caldearenas waren wir in mehrfacher Hinsicht überrascht.

  • Wir würden von der Herrin des Hauses willkommen geheissen - durchgeschwitztes T-Shirt, sonniger Himmel - netter Anblick!
  • Die Unterkunft war unglaublich schön
  • Es gab NICHTS - aber wirklich NICHTS im Umkreis zum Einkaufen. Der nächste Supermarkt war 25 Km entfernt
  • Der Kühlschrank war LEER

 

Wir haben dann am Abend noch versucht in der Umgebung etwas zum Essen zu finden - aber es gab einfach NICHTS. Es blieb uns nichts anderes übrig, als 25 km in die nächste Stadt zu fahren, um Zutaten für das Abendessen zu kaufen. Mit den Packtaschen voller Bier, Brot, Wurst und Käse in der Reihenfolge des Gewichtes ging es dann zurück ins unser Quartier für die kommenden Tage.

Der Vorteil unserer Unterkunft war auf jeden Fall, das es sehr, sehr ruhig während der Nacht war.

Tag 11 - zum Atlantik und zurück

Am nächsten Morgen wurden wir mit einem traumhaften Sonnenaufgang - und einen leeren Kühlschrank begrüßt.

 Der Plan war, mit den Motorrädern zu einer Frühstücksbar an der Tankstelle zu fahren - nur 5km. Praktisch um die Ecke. Die Bar war am frühen Morgen schon gut gefüllt - und wir haben uns erst einmal ein belegtes Brot und einen Espresso gegönnt - der Tag kann beginnen.

Das erste war die Tagesplanung. Unsere Originalplanung war, das wir heute zum Atlantik fahren. Das wäre allerdings ein ganz schöner Ritt - ca. 250km eine Strecke - also 500km als Tagesetappe. Für Klaus und Stephan war das nicht so spannend - so haben sich Uli, Lars und ich auf den Weg gemacht.  

Auch heute hatte wir - zumindest auf den ersten Kilometern - perfektes Wetter mit blauem Himmel.

Der Weg war größtenteils die A21 entlang bis Pamplona und dann weiter auf der A15 nach Donastia San Sebastian. Eine perfekt ausgebauter Traum von Asphalt. Der heutige Tag brachte auch einen kurzen Kontakt mit dem Jakobsweg. Das sind für mich die wirklichen Reisenden, die sich auf den Weg machen, um sich selbst zu finden....

Je näher wir dem Atlantik kamen, desto schlechter wurde das Wetter. Auf einer Tankstelle zwischen Pamplona und Irurtzun haben wir eine Vater und Sohn auf dem Motorrad getroffen Der Vater war 80 - und der Beifahrer. Ein beeindruckendes Treffen - hoffentlich bin ich mit 80 auch noch so fit.

Die letzten Kilometer waren dann recht feucht und kein wirklicher Spaß.

Wir sind dann gegen 13:30 im strömenden Regen am Atlantik angekommen. 

Die Tiger haben ihren Job gemacht - jetzt kommen noch die Fahrer dran. Die Idee des Trips war ja:

Vom Mittelmeer zum Atlantik.

Lars hat dieses Ziel auch sehr gut umgesetzt. Ich habe ein wenig geschummelt. Bin dann mit Stiefeln in den Atlantik gestiegen. Aber der Fuss war im Wasser - Mission completed.

Es folgte noch ein leckerer Burger am Strand, und dann haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Als wir kurz auf der Schnellstrasse waren, hatte Ulis tapfere BMW einen Leistungsverlust. Wir hatten uns dort ein 100km/h Hochgeschwindigkeitsduell mit einem einheimischen Roller geliefert - und er hatte dann das Erlebnis der Woche und uns alle abgeledert.
Die Ursache war ein hängender Vergaserzug. Das konnte Uli dann aber routiniert am Straßenrand reparieren.

Auf der Rückfahrt haben wir dann wieder die Regenwolken hinter uns gelassen und blauen Himmel und Sonne genossen. Ich muss wirklich sagen - es macht immer Spaß Motorrad zu fahren. Aber es macht richtig Spaß mit dem Motorrad in der Sonne unterwegs zu sein. Wir haben dann gegen 19:00 wieder die "heimischen" Gefilde erreicht und für das Abendessen eingekauft.
In Caldearenas haben wir uns dann mit Klaus und Stephan wieder getroffen, die auf den Schotterstrassen um den Ort unterwegs gewesen waren und eine interessante Bergroute für den nächsten Tag entdeckt hatten.

Jetzt ein leckeres gemeinsames Abendessen - und ab ins Bett - vom biken träumen...... 

Tag 12 - Gipfelstürmer

 Beim Frühstück am nächsten Morgen haben wir die Tagesplanung festgelegt. Eine Route in Richtung Jaca um die lokalen Berge am Vormittag. Und am Nachmittag dann die Bergroute erkunden, die Klaus und Stephan am Tag vorher entdeckt hatten.

Als erstes gab es zur Auffrischung eine kurze Schottereinlage mit Ausblick auf den Nachmittag - das sieht gut aus.

Die Rundroute war mehr eine Asphaltrunde. Nette, kurvige, kleine Strassen. Top Asphalt mit wenig Verkehr. Ein schöner Vormittag mit tollen Straßen und nettem Panorama.

Zum Mittagessen haben wir dann ein Restaurant in Jaca gesucht. Und das war gar nicht so einfach.

Es war klar, wo das Stadtzentrum ist. Aber dort möchte die Stadt nicht, das Leute parken. Wir sind dort kurz stehen geblieben, wie wir es in Deutschland gewohnt sind. Da werden Motorräder ja an vielen Stellen einfach geduldet. Das ist aber der Polizei sofort aufgefallen, und wir wurden weg geschickt. Es hat einen Augenblick gedauert, bis wir die Motorräder geparkt und uns für ein Restaurant entschieden hatten.
Das Essen war OK - und Uli und Stephan wollten dann noch einen Augenblick länger in Jaca bleiben. So sind dann Klaus, Lars und ich zurück nach Caldearenas gefahren, um die Schotterstrecke zu erkunden.

Was soll ich sage - die Strecke war DER HAMMER!!! 

Es war eine richtige Herausforderung und ein unglaubliches Panorama in mehreren Stufen.

 Wir sind dann in mehreren Etappen in Richtung Kamm gefahren - und es ging immer weiter und weiter bergauf. Ein Traum. Das Einzige, das wir bedauert haben war, das Uli und Stephan nicht mit dabei waren. Das hätte beiden bestimmt Spaß gemacht.

Als wir kurz vor dem Gipfel waren, hörten wir den unverkennbaren Klang von Boxermotoren. Unglaublich. Stephan und Uli hatten uns auf dem Berg über einen alternativen Weg gefunden. Mitten im Nichts. Die Wildrats waren wieder zusammen.

Wir sind dann noch gemeinsam eine weitere Stunde über die Kammlandschaft gefahren. Mit einem Megagrinsen im Gesicht haben wir an diesem Abend unser Killschalterpils genossen. Was für ein Tag. Eins mit Sternchen würde Klaus dazu sagen.

Und wie immer das Video zu den Tourtagen 10-12:

 

Tag 13 - Lokalrunde

 
Nach unserem Originalplan wollten Klaus und ich heute los, um über Nizza zur Lingurische Grenzkammstrasse (LGKS)  an der französisch-/italienischen Grenze zu fahren. Die wundervollen Schotteretappen der letzten Tage und das im Wetterradars sichtbare schlechte Wetter für das Zielgebiet haben uns aber bewogen unseren Plan zu ändern. Wir bleiben zwei Tage länger in Caldearenas und fahren dann von dort direkt nach Hause. Dies ist für Klaus und mich die Gelegenheit ein Ziel zu erreichen, das von der LGKS nicht so einfach möglich gewesen - wir wollen einen Iron Butt Ride aus der Rückfahrt machen. Es sind ca. 1700km von Celdearenas nach Hause - das sollte reichen. 
 
Zusätzlich müsste sich Ulrich heute auf den Rückweg machen. Er hatte einen Termin, dem er nicht ablehnen konnte. So ist er mit dem Motorrad wieder zurück zum Bahnhof unserer Startlokation gefahren - und dann mit dem Zug wieder nach Barcelona zum Flughafen zu fahren - und wieder mit dem Flieger in die Heimat zu kommen. Lars und Stephan werden dann die Maschine am Ende wieder einsammeln und auf dem Anhänger zurück nach Bremen nehmen.
 
Der Tag gestern hat gezeigt, das es auch sehr gute Wege rund um unsere Unterkunft gibt. Wir haben uns also noch einem guten Frühstück nicht zu früh aufgemacht, um die Wege in unserer Umgebung diesmal auf der anderen Seite des Dorfes zu erkunden.
Wir hatte die Cross-Strecke unseres AirBnB Gastgebers gefunden - aber da wir immer noch keine Endurofahrer sind, war uns das zu heftig. Wir haben zwar einen netten Weg am Berg gesehen - es aber nicht geschafft dort einen Einstieg zu finden. 
 
 
Deshalb sind wir dann einfach 2-3 km weitergefahren, und haben einfach den nächsten Schotterweg ausprobiert.Nicht ganz so spektakulär wie am Tag vorher - aber ein netter Zeitvertreib für den Vormittag.
 
Gegen Mittag stellt sich ein kleines „Hüngerchen" ein - und wir haben uns dann entschieden die 40km nach Huesca zu fahren, um dort lecker Mittag zu essen. So war der Plan. Die Realität war dann, das wir nach 10 km schöner Panoramaweg weitere 30km
doch recht langweiliger Autobahn gefahren sind. Und das Essen - naja - definitiv kein Highlight auf der Tour. Wir haben in Huesca mangels Vorbereitung einfach nicht den richtigen Platz gefunden, um bei netter Umgebung in einem netten Restaurant zu essen.
 
Die Innenstädte sind sehr erfolgreich verkehrsberuhigt. Wir haben trotz zwei Runden um die Innenstadt keinen Platz zum halten gefunden - und dann bei einem recht einfachen Restaurant zu Mittag gegessen.
Naja - das liess doch jetzt recht viel Luft nach oben….
 
Wir haben aber die Gelegenheit genutzt für das Abendessen recht nette Dinge einzukaufen. In der Stadt gibt es ja richtige Supermärkte. Mit Stephan hatten wir unserem Team jemanden, der gerne und gut kocht. Und so freuten wir uns schon auf das abendliche Festmahl.
Wir waren dann gegen 15:00 wieder in unserem Quartier - dies war uns noch ein wenig früh für das Abendessen - so sind Klaus und ich noch einmal für eine Abendrunde losgefahren, um noch ein wenig Schotter zu finden. Wieder war unsere Planungsgrundlage das Navi und
an welchen Stellen wir noch nicht waren.
 
Wir hatten in diesem Fall geteiltes Glück - ja - wir haben eine nette Schotterpassage gefunden. Nein - leider sind wir nicht durchgekommen, und müssten aufgrund eines durch einen Erdrutsch gesperrten Weg wieder den ganzen Weg zurückfahren.
Alles in allem war es aber definitiv eine nette Abendrunde. Und sollten wir einmal richtige Endurofahrer mit richtigen Enduros sein - mal sehen wie weit wir dann kommen.
 
 
Wir sind dann erst gegen 19:45 wieder zum Killschalterpils im Quartier angekommen. Es folgte noch ein weiteres Highlight - Männerküche.
 
Stephan hat den Fisch lecker mit Gewürzen gebraten und wir haben aus Majonaise und Knoblauch einen genialen Dipp angefertigt. Nicht gerade das richtige für eine Diät - aber irgendwie war es trotzdem lecker.
 
 
Danach ging es dann recht zügig ins Bett - Morgen soll es früh losgehen.
 

Tag 14 - Iron Butt

 
Für Klaus und mich startete der Tag heute recht früh - um 6:15 war Abfahrt in Richtung Bremen. Das Ziel war der Daisys Dinner in Oyten. In unserer Gegend ein gern gewählter Treffpunkt, da er 24h am Tag auf hat - und es immer was leckeres zu Essen gibt.
 
 
Wir sind bis etwa 8:00 über den Col de Pourtalet (A-138) durch ein recht dunkles Spanien gefahren. Die ersten Lichtstrahlen gab es gegen 8:00 im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Spanien. Und da wir ja durch die Pyrenäen fahren, haben wir dort auch eine Passhöhe von ca. 1800m erreicht.
Brrr - das war wirklich kalt. Ein hoch auf die Griffheizung an meinem Tiger.
 
Die Fahrt auf den französischen Autobahnen war recht ereignislos - bis wir nach Paris gekommen sind. Unser Navi war fest der Meinung, das alle Wege in Frankreich durch Paris gehen. Es mag klügere Wege geben - wir haben aber diesen gewählt.
 
 
Und wie es bei solchen klugen Entscheidungen sind - wir sind pünktlich um 17:00 am Rand von Paris angekommen. Es ging recht schnell nach Paris rein - und in der Mitte war dann Schluss - STAU. Da wir mit einer Mission unterwegs waren, konnten wir auch nicht einfach so auf 1-20 Espressos anhalten, und die Rush-Hour aussitzen.
 
Wir mussten da durch,
 
Wer mich ein wenig kennt weiss, das ich eine sehr feste Meinung zu Top-Cases habe und Toleranz mein zweiter Vorname ist….. Kann man machen - sieht dann halt Scheisse aus. 
Die Franzosen sind da aber aus praktischen Gründen anderer Meinung. Wenn die Autos im Stau stehen, dann wird am Motorrad der Warnblinker gesetzt - und los geht es durch die Mitte. Das fällt einem deutschen Motorradfahrer doch ein wenig schwerer.
 
Und die Koffer am Motorrad sind auch nicht sehr hilfreich. Das war pures Adrenalin - Hammer.
 
Als wir Paris hinter uns hatten, haben wir die restlichen 800 recht problemlos hinter uns gebracht.  Lars und Stephan hatte uns ein Bild geschickt, das Sie es zurück nach Setcases geschafft hatten und auch schon Ulis BMW am Bahnhof in Ripoll eingesammelt und die restlichen drei Motorräder wieder auf den Hänger geladen haben. Nach den Erfahrungen auf dem Campingplatz haben Sie sich eine Nacht im Hotel mit Frühstück gegönnt.
 
Für Klaus und mich war es noch einmal in Aachen ein wenig knapp in Sachen Benzin geworden, wir haben es um 3:15 am folgenden Morgen ins Daysis Dinner geschafft. 1725km in 21 Stunden erreicht - die Fahrt wurde ca. 3 Wochen später von der IBA Germany als SS1600k/SS1000 anerkannt.
 
 
Die Reise der Wildrats in die Pyrenäen 2016 war beendet.
 
Die Planung für die Tour der Wildrats in 2017 hat begonnen. Den wie heisst es so schön:
Nach der Tour ist vor der Tour.
 
Marokko - wir kommen……….. to be continued…... 
 
Und wie immer der Film der letzten 3 tage.

 
 

 

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