Ace Cafe 2014

Ace Cafe - 2014

Mal eben auf´n Kaffee ins ACE Cafe nach London

Anfang 2014 sprach Bernd von seiner Löffelliste. Hmm was ist das denn? Ganz einfach, das ist eine Liste auf der Dinge stehen, die er machen möchte bevor er den Löffel abgibt und da steht unter anderem auch ein Besuch des legendären Ace Cafe´s in London drauf. Dort wo der Begriff Cafe-Racer, in den 50-60ger Jahren geboren wurde.

Meine Frau und ich waren schon mal da. Mein Chef Udo Kölle, bekam von Triumph, eine Einladung für ein Wochenende in London. Diese Reise schenkte er meiner Frau und mir. In London nahmen wir uns einen Tag Zeit und fuhren dann mit der U-S Bahn bis zur Haltestelle Stonebridge Park, direkt an der North Circular Road und fragten einige Leute nach dem Weg ins Ace Cafe. Obwohl nur 100 m entfernt auf der anderen Seite der Brücken gelegen, bekamen wir nur ein Achselzucken als Antwort. Bis wir einen betagten Rocker trafen, der wusste natürlich sofort Bescheid und erklärte uns den Weg. Offensichtlich ist das Ace Cafe in London ein geheimer Geheimtipp. In den 60gern als die Rocker sich mit den Mods da noch richtige Straßenschlachten lieferten, hätte man wahrscheinlich schon von weitem gehört wo es langgeht.
Das war also mein erster Besuch im Ace Cafe, leider ohne Motorrad, das aber ist wie schwimmen ohne Wasser und zählt eigentlich gar nicht.

Wir philosophierten über "FRÜHER" und über die bekloppten Sachen, die man damals so machte. "Ja" sagte ich "aber an die erinnert man sich auch noch nach vielen Jahren".
So kam also die bekloppte Idee auf, mal eben mit dem Motorrad auf einen Kaffee nach London ins Ace Cafe zu fahren. Der Plan war ursprünglich, über den 1. Mai der auf einen Donnerstag fiel, mit einem Brückentag, die Tour zu fahren.
Donnerstag nach Rotterdam, über Nacht nach Harwich, dann nach London den Kaffee abholen, Abends wieder nach Harwich auf die Fähre und Samstag wieder nach Hause.

Da das Wetter im Vorfeld aber sehr bescheiden war, pokerten wir zu lange mit der Fährbuchung und bekamen nur noch ein Ticket für die Hinreise. Abends die Fähre zurück war leider schon ausgebucht. Egal, erst mal hin, alles weitere wird sich zeigen.

Jan und Lars wollten auch mit und somit waren wir 4 Pilger auf einer bekloppten Tour nach London ins Ace Cafe.

Ich schaute am Donnerstag morgen´s aus dem Fenster, das Wetter sah ganz gut aus und so entschloss ich mich kurzfristig den Jet Helm zu nehmen. Das hielt ich für stilecht und würdig für das Ace Cafe.
Wir trafen uns in Harpstedt auf der Tankstelle, ich in Leder mit Jet Helm und kleinem Rucksack. Lars und Jan kamen schon etwas weniger optimistisch gekleidet auf die Tanke und zum Schluß kam Bernd in voller Regenmontur. Ich, als bekennender Purist, war zu der Zeit noch nicht in das smart Phone Zeitalter eingetaucht, aber Bernd als IT Fachmann war damals schon voll vernetzt.


Wir sahen ihn fragend an und deuteten nach oben in den Himmel, der sah gar nicht so schlecht aus.
Bernd aber deutete auf sein Iphone und zeigte uns eine Regenfront die uns entgegen kam. Ok, also zogen wir auch unsere Regenpelle an, vollgetankt und los.
Der Rest ist schnell erzählt, wir waren noch gar nicht richtig aus Harpstedt heraus, da öffnete der Himmel seine Schleusen.
Bis zur Niederländischen Grenze fuhren wir im Dauerbeschuss durch den Regen und ich verfluchte meine Entscheidung den Jet Helm genommen zu haben.
Kurz vor der Grenze saßen wir in einer Pizzeria und es regnete volles Rohr weiter, da sagte Bernd: „wenn wir noch eine gute halbe Std. warten können wir ohne Regenklamotten weiter fahren“. Na ja, dachte ich, in Harpstedt hat er ja wohl mal Glück gehabt, mit seiner Prognose. Aber so einen Vorschlag zu bringen, bei dem Dauerregen da draußen, das klang eher nach Verzweiflung als nach Wissen.

Um es kurz zu machen, wir hatten die Pizza noch gar nicht ganz gegessen, da hörte der Regen auf und etwas später kam sogar die Sonne raus.

Bei bestem Wetter fuhren wir durch die Niederlande zum Hoek van Holland und checkten auf die Fähre nach Harwich ein. Die Fahrt durch Holland gestaltete sich eher langweilig und aufregend ist eigentlich nur die Blitzer-dichte, die ist nochmal deutlich größer als in Deutschland.

Unser Timing war perfekt und wir konnten ohne Wartezeit auf die Fähre fahren. Das Befestigen der Motorräder nahmen wir lieber selbst in die Hand, die Stauer auf dem Schiff waren uns doch ein bisschen zu grobschlächtig.

Kurz nach uns kam noch ein Holländisches Original mit einer uralten Kawa auf das Schiff,  Karre auf den Seitenständer, LKW Spanngurt von rechts nach links über die Sitzbank gezogen, festzurren und fertig. Das hat er wohl schon öfter gemacht, so geht’s auch.

Für die Überfahrt haben wir 2 Doppelkabinen gebucht. Obwohl uns einige Leute davon abrieten Innenkabinen zu nehmen, fand ich das überhaupt nicht schlimm. Es war ja nur für eine kurze Nacht und mit Ohropax kein Problem.

Das Abendessen auf dem Schiff war durchaus ok und auf das Ablegen der Fähre um 22:30 stießen wir mit einem Bier an. Die Nacht war kurz, um 6:30 legte das Schiff in Harwich an. Da wir die kurze Nacht maximal ausnutzen wollten, haben wir uns gegen ein Frühstück auf der Fähre entschieden.

Etwa um kurz vor 8:00 verließen wir das Schiff und machten uns auf die Suche nach einem Cafe in der Hoffnung ein Frühstück zu bekommen. Wohl noch nicht ganz wach, beschäftigt mit dem Linksverkehr und im Kreisel, der im Uhrzeigersinn gefahren wird, fuhr ich an der Ausfahrt Harwich Centre vorbei und nahm Kurs auf London.
Wir hatten alle Zeit der Welt, fuhren auf kleineren Straßen und glaubten, dass es wie bei uns in Deutschland, überall eine Bäckerei oder ein Cafe gibt in dem man Frühstücken kann.
Wir irrten ziemlich planlos umher und sahen nichts, aber auch rein gar nichts, dass auch nur annähernd wie ein Cafe oder eine Bäckerei aussah. Es ist ja hinlänglich bekannt das die Briten nicht gerade für gutes Essen berühmt sind, aber dass es so schlecht ist, dass sie es gar nicht erst anbieten war uns neu.
Nach langer Suche und oftmaligem fragen kamen wir, in irgendeinem Kaff, auf einen kleinen Bahnhof und dort bekamen wir unser Frühstück. Die Bahnhofsgaststätte war, na sagen wir mal, sehr britisch und hier wurden wahrscheinlich auch die letzten Edgar Wallace Filme gedreht. Das Saubermachen nach dem letzten Drehtag haben sie auch vergessen. Wenn man etwas in die Hand nehmen wollte brauchte man nicht zugreifen, sonder nur antippen und es blieb kleben. Das Frühstück spottete jeder Beschreibung, nur der Preis der war first class. Na ja, das gehört zu einer bekloppten Tour wohl dazu.

 

 


Wenigstens hatten wir etwas im Magen, wobei „etwas“ wohl eher „irgend was“ heißen sollte. Das muss reichen bis zum Ace Cafe. Wir machten uns auf den Weg und tauchten so langsam in den Verkehr der Großstadtmetropole ein. Ich denke man kann locker sagen, das 80-90 Km vor dem Zentrum die Großstadt beginnt. London ist ein Riesen-Moloch.

Das wurde ein Crashkurs in Sachen Linksverkehr, Kreiseln mit 5-6 Spuren und gefühlten hundert Ausfahrten. Mit einem guten Navi und dank sehr relaxten britischen Autofahrern, kamen wir am frühen Nachmittag im Ace Cafe an.
Als wir ankamen war noch nicht viel los und so haben wir uns erst mal die Speisekarte geschnappt. Ich bestellte mir einen großen Burger mit Chips und der war sogar richtig gut, na geht doch. So jetzt konnten wir uns auf das wesentliche besinnen, erstmal das Ace Café das Mekka der Café Racer genießen, die Motorräder in Position bringen und ablichten, für die Löffelliste. Bernd würde sagen: Ace Cafe – Done. Die Motorräder sind geadelt.

 

 



Während dessen kam ein alter Bekannter auf den Hof gerollt, das Holländische Original mit seiner alten Kawa. 

 

 

Im Ace Cafe ist eigentlich immer was los und an dem Freitag als wir da waren war Britisch-Biketreffen angesagt. Es war zwar trocken aber recht kühl und gefühlt eher einstellig. So nach und nach füllte sich der Parkplatz mit Motorrädern und zwischen durch traf auch Mark Wilsmore, der Besitzer der Ace Cafe´s,  auf einer Street Triple ein.

So langsam machten wir uns Gedanken über unsere Heimreise, den Traum eventuell auf der Fähre doch noch einen Platz zu bekommen, falls jemand absagt, mussten wir begraben. Wenn man kurzfristig absagt, verfällt das Ticket und an Bord kommt nur wer rechtzeitig gebucht hat.

 

 


Also entschlossen wir uns in London zu übernachten und am Samstag nach Dover zu fahren, um von dort aus mit der Fähre nach Dünkirchen zu gelangen.
Wir blieben so ca. bis 21:00 im Ace Cafe und machten uns auf die Suche nach einem Hotel. Wir entschieden uns dazu auf der North Circular Road nach Osten zu fahren, um Dover schon ein Stück näher zu kommen.
Im Nord Osten steuerten wir ein F1 Hotel an, das war aber schon belegt. Aber neben an in einem Ibis Hotel war noch was frei, für knapp 100 Euro die Nacht plus Frühstück. Das waren dann etwa 115 Euro pro Kopf. Das passt zu einer bekloppten Tour. Die Ibis Hotel´s sind wohl nur auf dem Festland günstig, na ja ist halt London.

Morgens machten wir uns auf den Weg über die große Themse Brücke nach Dover. Wir entschlossen uns dazu England über die Autobahn zu verlassen. So gelangten wir recht zügig nach Dover, von da aus fahren die Fähren im 2 Std. Takt.
Wir haben im Internet nachgelesen das die Überfahrt so ca. 35 Euro kosten soll. Als wir das Ticket lösen wollten, bekamen wir etwa den doppelten Preis berechnet, der normale Preis zählt nur, wenn man rechtzeitig online bucht. Wieso nur kann ich mit dieser Mentalität einfach keine Freundschaft schließen? Egal, abhaken unter bekloppte Tour. Die Fahrt mit der Fähre, über den Ärmelkanal, war sehr entspannt und wir genossen das herrliche Wetter.

Von Dünkirchen in Frankreich ging es recht schnell nach Belgien und wir waren froh wieder Kontinental Europäischen Boden unter den Rädern zu haben. In einer Stadt hielten wir an einem Straßenlokal, um was zu essen und siehe da, die Geschmackssensoren konnten vom Notlauf in den Normalmodus zurückkehren. Die Nahrungsaufnahme wurde wieder zu einem Genuss, herrlich und das alles zu einem sehr akzeptablen Preis. Erwähnte ich schon das ich mit den Gepflogenheiten auf der Insel einfach nicht warm werde. Bekloppte Tour....... Aber tolle Motorräder bauen das können sie.

Nachdem wir, als gläubige Café Racer, unseren Seelenfrieden fanden, indem wir unsere Pilgerreise zum Ace Café erfolgreich abhaken konnten, beschlossen wir nun uns zu belohnen und den zweiten Teil der Tour unter ein neues Motto zu stellen „Kulinarische Genussreise“
Wir fuhren südlich an Brüssel vorbei bis kurz vor Aachen und fanden dort ein schönes Hotel direkt auf unserer Heimroute.

 


Das Hotel Piethaan in Vaals das wir da vorfanden war ein echter Glückstreffer, sehr angenehmes Ambiente und eine köstliche Küche.
Ob das neue Motto unserer Tour dafür verantwortlich war? Wir wissen es nicht.


Am Sonntag traten wir die letzte Etappe der Tour an. Wir fuhren südlich um Aachen herum, durch die nördliche Eifel nach Bonn, um dort den Rhein zu überqueren. Dann peilten wir Lippstadt an, fuhren durch das Sauerland und durch das Wiehengebirge nach Hause.

 

Im Nachhinein betrachtet war es ein Glücksfall das die Rückfähre von Harwich nach Rotterdam ausgebucht war.
Die Rückreise aus England, über Frankreich, durch Belgien, die Eifel, das Sauerland und das Wiehengebirge in zwei Tagen bei einstelligen Temperaturen war schon hart, aber fahrerisch und kulinarisch sehr viel schöner als der erste Teil.
Schließlich soll eine Pilgerreise ja zur Besinnung auf das Wesentliche beitragen.

 

Das Video zur Tour:

 

 

Text:               Klaus Niedzwiedz
Bilder & Video: Bernd Janke-Wohltmann

Fazit:     Gut das wir die Tour gefahren sind.
Kosten:  Etwa 650-700 Euro pro Person.
Strecke: Ca. 1400 Km an 4 Tagen, größtenteils auf Land und Kreisstraßen.

 

 „Die Pilger und ihre geadelten Motorräder“

Bernd:   "Sir" Speed Triple 1050 II
Jan:       "Sir" Street Triple 675 II
Lars:      "Sir" Scrambler 865
Klaus:    "Sir" Thruxton 865 

PS. Ich werde diesem tollen Land aber noch mindesten eine weitere Chance auf Versöhnung geben, ich habe noch:
      Schottland & die Highland´s  sowie  Cornwall & Wales auf meiner Löffelliste.

 

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